Increased dispersal rates and distances in density-stressed bush crickets (Metriophera brachyptera).

  • Stefan Brunzel

Zusammenfassung

Der infolge der Habitatfragmentierung eingeschränkte Individuenaustausch zwischen Populationen gilt als einer der Hauptgründe für ein erhöhtes Aussterberisiko insbesondere bei standorttreuen Arten mit geringem Ausbreitungspotential. Einige Untersuchungen an Heuschrecken deuten jedoch an, dass das Ausbreitungsvermögen standorttreuer Arten bisher möglicherweise unterschätzt worden ist. Es wird angenommen, daß bestimmte Umweltbedingungen bei diesen Arten Ausbreitungsverhalten auslösen und ihr Ausbreitungsvermögen erhöhen kann. An der Kurzflügeligen Beißschrecke Metrioptera brachyptera (L., 1761) wurden in einem ersten Schritt die Emigrationsraten bei verschiedenen Populationsdichten in 'Mikrokosmen' (Käfigpopulationen) untersucht. Der Anteil der Individuen, die aus den Käfigen auswanderten, war positiv mit der Individuendichte in den Käfigen korreliert. In einem zweiten Schritt wurden sowohl Indivduen, die unter Dichtestress gehalten wurden, als auch Tiere, die keinen hohen Individuendichten ausgesetzt waren, auf einem Fußballplatz freigelassen und ihr Ausbreitungsmuster untersucht. 'Gestresste' Individuen dispergierten signifikant schneller und weiter als 'ungestresste'. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Ausbreitungsverhalten induzierbar ist und auch bei standorttreuen Arten auftreten kann. Es ist bei diesen jedoch keine regelmäßige Erscheinung, sondern besitzt Ausnahmecharakter.

Stichwörter

Dispersal, emigration, experimental approach, metapopulation, microcosm.

Veröffentlicht
2002-08-31
Seiten
241-253
Rubrik
Artikel
Zitationsvorschlag
Brunzel, S. 2002: Increased dispersal rates and distances in density-stressed bush crickets (Metriophera brachyptera). - Beiträge Zur Entomologie = Contributions to Entomology 52(1): 241-253 - doi: 10.21248/contrib.entomol.52.1.241-253