Die Global Biodiversity Information Facility (GBIF) - Struktur, Aufgaben und Ziele.

  • Joachim Holstein
  • Christoph L. Häuser

Zusammenfassung

Die Global Biodiversity Information Facility (GBIF) wurde nach über dreijähriger Vorarbeit des Megascience Forum der OECD im Frühjahr 2001 mit dem Ziel gegründet, wissenschaftliche Daten und Informationen zur Biodiversität über des Internet frei verfügbar und zur besseren Nutzung zu verknüpfen. Im Rahmen einer weltweiten Forschungskooperation wird GBIF von derzeit 47 Staaten und 29 internationalen Organisationen als Mitgliedern getragen, die sich alle zur freien Bereitstellung digitaler Biodiversitätsdaten nach gemeinsamen Standards über eigene, dafür selbst einzurichtende Datenknoten verpflichtet haben. Das internationale Vorhaben wird durch einen Aufsichtsrat mit Vertretern aller Mitgliedsstaaten und –organisationen geleitet, dessen Arbeit durch mehrere Komitees und Ausschüsse unterstützt wird. Das seit 2002 in Kopenhagen, Dänemark, angesiedelte GBIF-Sekretariat betreibt den Aufbau des internationalen GBIF Portals (www.gbif.net) und unterstützt koordinierend die Aktivitäten der einzelnen Mitglieder, die sich auf vier Programmbereiche erstrecken: Standardisierung und Verknüpfung von Datenbanken (DADI), Digitalisierung von Daten zu Sammlungsobjekten (DIGIT), Katalog der bekannten Organismennamen (ECAT), sowie Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit (OCB). Für die deutsche Beteiligung an GBIF wurden mit Unterstützung der Bundesregierung (BMBF) sieben Datenknoten an verschiedenen Forschungsinstitutionen aufgebaut, deren Zuständigkeit sich auf unterschiedliche Organismengruppen erstreckt: 1. Insekten (Wirbellose 1) am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart; 2. terrestrische Wirbellose (Wirbellose 2) an der Zoologischen Staatssammlung München; 3. marine Wirbellose (Wirbellose 3) am Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt/Main; 4. Wirbeltiere am Zoologischen Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig in Bonn; 5. Pflanzen am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin; 6. Pilze an der Botanischen Staatssammlung München; 7. Mikroorganismen an der Deutschen Sammlung für Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig. Die aufgrund ihrer fachlich unterschiedlichen Ausrichtung innerhalb der einzelnen Knoten zur Erfassung von Sammlungsdaten verwendeten, verschiedenen Datenbankprogramme werden kurz angeführt.

Stichwörter

Biodiversity information, international cooperation, internet, database, collection data, GBIF node.

Veröffentlicht
2005-12-27
Seiten
421-431
Rubrik
Artikel
Zitationsvorschlag
Holstein, J., & Häuser, C. 2005: Die Global Biodiversity Information Facility (GBIF) - Struktur, Aufgaben und Ziele. - Beiträge Zur Entomologie = Contributions to Entomology 55(2): 421-431 - doi: 10.21248/contrib.entomol.55.2.421-431