Die Käfer der Paläarktis: Probleme und Perspektiven.

  • Ivan Löbl

Zusammenfassung

Taxonomie liefert grundlegende Kenntnisse über die Vielfalt des Lebens sowie eine universelle Sprache, die eine eindeutige Übertragung biologischer Informationen ermöglicht. Trotzdem ist ein Rückgang der Taxonomie in vielen europäischen Ländern und eine fortschreitende Krise der Bio-Information zu registrieren. Erfahrungen mit dem Katalog der paläarktischen Käfer und der Kontakt zu zahlreichen Koleopterologen zeigen, dass die gegenwärtige Behinderung der Taxonomie ein Resultat mehrere Faktoren ist. Als entscheidend dürften die Unterschätzung der Variabilität der Lebewesen, der Glaube an neue Technologien, die der taxonomischen Realität nicht adaptierte Wertung wissenschaftlicher Arbeit, die Konfusion von Taxonomie mit ihrer Bestimmungsfunktion und die Erwartung endgültiger Erkenntnisse sein. Methoden, die eine Überwindung der Probleme versprechen, sind diskutiert worden. Entweder fußen sie auf fraglichen Konzepten oder sie könnten zwar die gegenwärtige Lage verbessern, jedoch ohne eine nötige Wende zu bewirken. Es scheint, dass ein wirklicher Fortschritt nur durch angemessene Unterstützung und eine von a priori befreite Wertung der Taxonomie (und Systematik) in den Universitäten und Museen erreicht werden kann. Sollten die gegenwärtigen Tendenzen andauern, wird man die professionelle Taxonomie und die mit ihr zusammenhängenden Kenntnisse und Erkenntnisse in viele europäische Länder importieren müssen.

Stichwörter

Bio-information crisis, taxonomy, impediments, perspectives.

Veröffentlicht
2006-12-15
Seiten
334-346
Rubrik
Artikel
Zitationsvorschlag
Löbl, I. 2006: Die Käfer der Paläarktis: Probleme und Perspektiven. - Beiträge Zur Entomologie = Contributions to Entomology 56(2): 334-346 - doi: 10.21248/contrib.entomol.56.2.334-346