Clypeal excision in Tapinoma Förster, 1850 ants is adaptive (Hymenoptera: Formicidae).

  • Bernhard Seifert

Zusammenfassung

Die mediane Einkerbung des Clypeusvorderrandes bei Vertretern des Ameisengenus Tapinoma Förster, 1850 ist keine zufällig angelegte, selektionsneutrale Struktur sondern besitzt einen adaptivem Wert. Sie erlaubt ein weiteres Vorstrecken der Mundwerkzeuge und damit die bessere Aufnahme von Nahrung oder Wasser aus engen Spalträumen. Mit zunehmender Kopfbreite der Arbeiterinnen wird es immer schwieriger zum Boden solcher Spalträume, etwa der engen Röhren von floralen Nektarien, vorzudringen. Eine Regressionsanalyse der artspezifischen Werte von 16 westpaläarktischen Tapinoma-Arten zeigte, dass die Tiefe der Clypeuskerbe mit zunehmender Kopfbreite nicht nur absolut sondern insbesondere auch relativ zur Kopfbreite signifikant zunimmt (p<0.001). Ähnliche Beziehungen lassen sich auch intraspezifisch bei 69 % der getesteten Arten für p<0.025 nachweisen. Die Clypeuskerbe erlaubt ein Hindurchgleiten der Glossa und der dorsomedianen Kanten der Galeae des Labiums und damit eine Erweitung des Aktionsradius in dorsofrontaler Richtung.

Stichwörter

Functional morphology, adaptive phenotypic trait, foraging biology, morphometry.

Veröffentlicht
2016-06-30
Seiten
125-129
Rubrik
Artikel
Zitationsvorschlag
Seifert, B. 2016: Clypeal excision in Tapinoma Förster, 1850 ants is adaptive (Hymenoptera: Formicidae). - Beiträge Zur Entomologie = Contributions to Entomology 66(1): 125-129 - doi: 10.21248/contrib.entomol.66.1.125-129