Zur Massenvermehrung, Lebensweise und Möglichkeit einer biologischen Bekämpfung der Kiefernnadelgallmücke Thecodiplosis brachyntera Schwaegr. (Diptera: Cecidomyiidae).

  • Heinz Fankhänel

Abstract

Das Schadauftreten der Kiefernnadelgallmücke Thecodiplosis brachyntera Schwaegr. erreichte in den Jahren 1959 bis 1961 in einigen Gebieten der DDR besonders auf armen Sandstandorten nord- und südwestlich von Berlin stärkere Ausmaße. Es werden Untersuchungsergebnisse zur Lebensweise der Gallmücke, insbesondere zur Phänologie des Mückenfluges und der Larvenentwicklung dargelegt. Die Längen der Gallmückenlarven und auch der befallenen Kiefernnadeln zeigen deutliche Unterschiede in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Untersuchung während der Vegetationsperiode und der räumlichen Stellung der Kieferntriebe am Baum. Die Scelionide Misocyclops pini Kieff., die an die Lebensweise ihres Wirtes angepaßt ist, erwies sich als wirksamer Endoparasit der Gallmücke und konnte z.B. im Staatl. Forstwirtschaftsbetrieb Neuruppin dem Massenauftreten von Th. brachyntera durch eine 80-95%ige Parasitierung des Schädlings ein Ende bereiten. Die Bestimmung des Verhältnisses Gallmücke: Parasit erwies sich als wertvolle Grundlage zur Ermittlung des Weiterverlaufes der Gallmückenvermehrung und bietet eine Möglichkeit, Misocyclops pini Kieff. im Rahmen der Biologischen Bekämpfung durch innerareale Übersiedlung dieses Parasiten einzusetzen.

Veröffentlicht
1962-09-30
Zitationsvorschlag
Fankhänel, H. 1962: Zur Massenvermehrung, Lebensweise und Möglichkeit einer biologischen Bekämpfung der Kiefernnadelgallmücke Thecodiplosis brachyntera Schwaegr. (Diptera: Cecidomyiidae). - Beiträge Zur Entomologie = Contributions to Entomology 12(5-6): 732-747 - doi: 10.21248/contrib.entomol.12.5-6.732-747
Seiten
732-747
Rubrik
Artikel